Chronik von Rühme.

 

 

Wendenturm bei Braunschweig. Rechts im Bild das alte Zollhaus, später Försterhaus und Sitz der Gendarmerie. In dem Gebäude vor dem Wendenturm mit dem großen Tor war früher die alte Waage. [4]

 

l Erste urkundliche Erwähnung im Jahr 1007 bis zum15. Jahrhundert.

l Rühme vom 15. bis zum 18. Jahrhundert.

l Rühme vom 18. Jahrhundert und die Feuersbrunst.

l Rühme im 19. Jahrhundert bis Ende des Krieges.

l Rühme nach dem Krieg in den fünfziger Jahren bis zur Gegenwart.

l Wer war Heinrich der Zweite?

l Übersetzung der Kaiserurkunde v. 24.01.1007 aus dem Latein ins Hochdeutsch.

l Plan von Rühme aus dem Jahr 1754.

l Op platt: Mien Heimatdorp.

l Rühmer Bilderbogen

 

 

Literatur:   

[1] Günter Sürig:  Rühme - ein wachsender Großstadtvorort in historischer, wirtschaftlicher und geographischer Sicht.  (1954).

[2] Gesellschaft für ältere Deutsche Geschichte: Die Urkunden der Deutschen Könige und Kaiser. (1900 – 1903).

[3] Stadt Braunschweig, Bauverwaltung: Historischer Atlas der Stadt Braunschweig, Plan von dem Dorfe und der Feldmark Rühme, gemessen 1754 von C.A.Sympher. (1964).

[4] W.Pätz, Wendenthurm bei Braunschweig, Steindruck v. Wehrt. (1840).

[5] Braunschweigische Anzeigen 22. Mai 1852.

[6] Dieter Heitefuß: Aufnahme vom 02.September 2004

[7] www.heiligenlexikon.de/biographienH/heinrich_II./html

[8] www.wikipedia.org/wiki/heinrich_II._(HHR)  

[9]Ausschnitt aus Abschrift der Kaiserurkunde vom 24. Januar 1007 in: Steterburger Kopialbuch, Anf. 14. Jh., Niedersächsisches Landesarchiv – Staatsarchiv Wolfenbüttel, VII B Hs 365, S.22.

 

Besonderer Dank gilt der Ortsheimatpflegerin Frau S. Knopf, die mich mit umfangreichem Material unterstützt hat.

 

Joachim Meier; 2006

Erste urkundliche Erwähnung im Jahr 1007

bis zum 15. Jahrhundert.

 

Ausschnitt aus Abschrift der Kaiserurkunde vom 24. Januar 1007 in : Steterburger Kopialbuch, Anf. 14. Jh., Niedersächsisches Landesarchiv – Staatsarchiv Wolfenbüttel, VII B Hs 365, S. 22. [9]. Der damalige Name von Rühme, Rindum ist gelb eingerahmt.

Im Anhang ist eine Übersetzung der gesamten Urkunde aus dem Latein ins Hochdeutsch zu lesen.

Der heutige Ortsteil Rühme wurde nachweislich zum ersten Mal als Siedlung Rindum [2],[9] in der Kaiserurkunde aus dem Jahre 1007 anlässlich einer Schenkung des Kaisers Heinrich II. an das Kloster Steterburg erwähnt. Später sind auch Namen wie Riudun, Rudern oder Riedheim zu finden, welches so viel wie Schilfsiedlung bedeutet. Gemeint ist das Schilf der Schunter, an deren Ufern die Siedlung lag. Im Jahre 1031 taucht der Name der Siedlung Riudun wieder in einer Urkunde auf. In diesem Jahr wird die Altewiek auf der Ostseite der Oker zum ersten Male urkundlich anlässlich der Weihe der St. Magnikirche erwähnt. In der Stiftungsurkunde ernannte der Bischof Branthago von Halberstadt, die St. Magnikirche zur Pfarrkirche für die Villa Brunesguik und siebzehn ihr benachbarte Ortschaften. Elf dieser Siedlungen mit ihren Filialkirchen sind untergegangen, sechs sind noch vorhanden, nämlich die heutigen Ortschaften Veltheim, Wenden, Bienrode, Rühme, Gliesmarode und Rautheim. [1]

Nach über 300 Jahren erscheint erneut Rühme im Jahr 1390 in einer Urkunde über den Bau der Landwehr. Bereits um 1384  beschloss die Stadt Braunschweig, sein ganzes städtisches Gebiet durch Landwehren zu befestigen. Dieses Bollwerk sollte aus einem hohen Erdwall mit einem tiefen Graben zur Außenseite bestehen. Was also innerhalb dieser Landwehr lag, unterlag der städtischen Steuer- und Zollverwaltung. Dort, wo die Heerstraßen dieses Bollwerk durchschnitten, wurden starke Wehrtürme und Zollschranken errichtet. Der Wendenturm muss daher in den Jahren 1384 bis 1390 erbaut sein. Reste sind nicht mehr vorhanden und der genaue Standort ist unbekannt. Das gleichnamige Gasthaus wurde erst 1777 errichtet und ist heute noch nach einigen Umbauten als Gasthaus zu nutzen. Auf der anderen Straßenseite befand sich das Zollhaus. Quer über die Straße ging die Zollschranke. An diesem befestigten Hauptzugang zur Stadt wurde den Bauern ein Zoll für ihre Waren abgenommen. Dadurch bekam die Landwehr neben ihrer militärischen auch eine wirtschaftliche Bedeutung. [1]

Von Veltenhof zog sich die Landwehr in nordöstlicher Richtung zum Wendenturm und schloss das Dorf Rühme an der Schunter ein. Von hier bildete die Schunter bis zur Einmündung der Wabe die Landwehr. Rühme lag also innerhalb der Befestigung durch die Landwehr, aber außerhalb der Grenzpfähle der Stadt, deshalb nannte man diese Dörfer wie auch Rüningen, Lehndorf, Ölper und Rühme Pfahldörfer. Die Landleute in den Pfahldörfern, die sog. Pfahlbürger, hatten durch die Landwehr noch besondere Vorteile. Sie hatten zwar das Bürgerrecht und wurden durch die Stadt beschützt, hatten aber längst nicht die Bürgerpflichten der in der Stadt wohnenden Bürger. [1]

In Rühme war die Landwehr besonders stark ausgebildet. Sie bestand aus zwei bzw. drei Wällen mit Gräben.  Reste dieser Landwehranlage sind an verschiedenen Stellen noch zu sehen. Im Garten der Gaststätte Wendenturm und auf dem Schulhof der  Schule in Rühme sind noch Reste vorhanden. Fast unversehrt blieb die Anlage am Jägerbusch in der Nähe des Münzberges vor Veltenhof. [1]

 


Rühme vom 15. bis zum 18. Jahrhundert.

 

 

 

Der herzogliche Münzmeister Johann Georg Brauer kaufte am 26.6.1679 das zur Gemeindeweide von Rühme gehörende Terrain für 25 Taler. Rühmer Bürger nannten den Berg an der Oker westlich der Gifhorner Straße daraufhin Münzberg. So ist der Berg zu seinem Namen gekommen. Am Münzberg gab es zu jener Zeit große Maulbeerplantagen. [1]

Erwähnenswert ist noch, dass die Rühmer Frauen in der St.Magnikirche zwanzig eigene, einsitzige Bänke hatten. In den Bänken stand die Jahreszahl:  "Gemeinde Rühme 1787". [1]

1802 wird über die vier Pfahldörfer Rüningen, Lehndorf, Ölper und Rühme berichtet. Geschrieben steht: „Rühme, ein Dorf an der Schunter und im Norden von Braunschweig, in der St. Magnikirche eingepfarrt mit einer Schule, die der Prediger vergibt, zwei Ackerhöfen, zwei Halbspännerhöfen, sechs Kothöfen, zwölf Feuerstellen und einhundertdreizehn Einwohnern.“ Ehemals wurde hier ein Lappgericht, eine Art Landgericht gehalten. Auch der Wendenturm, ein Warteturm und das Wirtshaus wird an dieser Stelle zu Rühme erwähnt. [1]

Durch einen 1855 gelaufenen Rückführungsprozess zwischen Rühme und der Stadt Braunschweig wurden die Eigentumsverhältnisse genau beschrieben. Die im Jahre 1851 durch den Feldmesser Ernst ausgeführte Vermessung und Kartierung des Dorfes und der Feldmark Rühme weist nach, was vorhanden war. [1]

Die Rühmer Feldmark ist begrenzt im Norden von den Feldmarken Veltenhof und Wenden, im Osten von den Feldmarken Wenden und Bienrode, der Schunter und im Süden von der Feldmark Hagen und im Westen von der Oker. [1]

 

 

Rühme 1754– „Das alte Dorf“ Kartenausschnitt [3]


Rühme vom 18. Jahrhundert und die Feuerbrunst.

 

Am 17.05.1852 brach durch das Spiel eines Kindes Feuer aus. Die Bauern waren mit ihren Familien auf dem Feld. So konnte sich das Feuer schnell entwickeln und vernichtete sechs von elf Bauernhöfen bis auf die Grundmauern. Die Bauern, die durch die Feuersbrunst ihre Höfe verloren hatten, siedelten an anderen Stellen, wo sie eigenes Land hatten, wieder an. Dort befinden sich die Höfe heute noch. Das Dorf rückte nun mit einem großen Teil seiner Bewohner zur heutigen Gifhorner Straße, der alten Heerstraße. Auch die Lehmkuhle wurde durch zwei Bauernstellen neu besiedelt. So hatte sich das Gesicht des Dorfes bis 1856 sehr verändert. [1]

Das erste Bauvorhaben, noch während der Separation (1858) begonnen, war die Verlegung der Schule vom alten Platz an der Schunter in ein neues Gebäude auf dem Gebiet der Lehmkuhle. Dort hatte die Gemeinde der Schule ein Stück Land Schenkungsweise überlassen. Die Schule bestand aus einem Klassenraum, der darüber liegenden Lehrerwohnung und den zur Schule gehörenden Stallungen. Im Jahr 1893 wurde die Schule in Rühme erweitert. Heutzutage sind im Erdgeschoss die Räumlichkeiten des Gemeinschaftshauses untergebracht. [1]

 

1866 wurde die Schunter begradigt. Die Wassermassen wurden umgeleitet. Früher floss die Schunter gleich hinter den Bauernhöfen im "alten Dorf" annähernd dort, wo heute der Ohe-Graben verläuft. Jetzt liegt von dort dazwischen bis zur Schunter noch die Wiese. Von 1866 bis 1900 begann die Besiedlung der Gifhorner Straße zu beiden Seiten. Auch die ersten Häuser an der Hansestraße wurden gebaut und die Baulücken in der Turmstraße geschlossen. [1]

1902 hatte Rühme 400 Einwohner. 1911 begann man mit dem Ausbau der heutigen Osterbergstraße. Erst im Jahre 1928 wurde die heutige Osterbergstraße von der Rühmer Eiche bis zum Friedhof fertig gebaut. Neu bebaut wurden auch der Hesterkamp und zum Teil der Eichenstieg. 1934 hatte Rühme etwa 450 Einwohner. [1]

Bis 1937 hatte die Stadt Braunschweig außer Veltenhof und Rühme auch noch die Dörfer Riddagshausen, Gliesmarode, Querum, Ölper, Lehndorf und Melverode mit zusammen 11.000 Einwohnern eingemeindet. [1]

 

 

 

 

 

 

 

 

Braunschweigische Anzeigen im Mai 1852. [5]

 

 


Rühme im 19. Jahrhundert bis Kriegsende.

 

Die Nähe der Stadt Braunschweig machte sich immer stärker bemerkbar. Die Planung und der Bau des Braunschweiger Hafens am Mittellandkanal und der Fund von Erdöl in der Gemarkung beeinflusste Rühme in der Entwicklung. Am 15.5.1934 wurde der Hafen feierlich der Bestimmung übergeben. Der Aushub aus dem Hafenbecken lagerte bis hin auf den Rühmer Föhrenkamp als gewaltige, lang gestreckte Düne. Im Volksmund „Kippe“ genannt. (Diese wurde zum Teil zum Bau der Stadtautobahn 391 wieder abgetragen.) Im gleichen Jahr wurde Rühme eingemeindet und ein Stadtteil Braunschweigs. Die  Autobahn Hannover- Berlin, nördlich von Rühme wurde 1936 fertig gestellt. Im Jahre 1937 fiel der Beschluss, in Rühme eine Siedlung zu bauen. Am 17. August 1937 wurde entsprechendes Bauland ausgewiesen. Die Siedlung war für Angehörige der S.A. vorgesehen und teilweise in Eigenleistung hochgezogen. Zwar war die Siedlung zu Beginn des Krieges noch nicht ganz fertig, aber von den ursprünglich geplanten 195 Einfamilienhäusern waren 1943 bereits 62 Häuser bezogen. [1]

 

Als 1938 das Volkswagenwerk in Wolfsburg errichtet wurde, baute das Werk an der Gifhorner Straße ein "Vorwerk" mit einer Siedlung für die Werksangehörigen. So ging immer mehr Grund und Boden der Rühmer Bauern für Bauland verloren. Rühme war ein wachsender Großstadtvorort geworden. Aus dem bisher landwirtschaftlich genutzten Gebiet mit überwiegendem Spargelanbau wurde ein Industriegebiet. [1]

 

Die weitere Entwicklung Rühmes wurde durch den Ausbruch des Krieges 1939 unterbunden. Die ersten Kriegsjahre gingen dahin, dann wurden die Fliegeralarme häufiger und das Leben gefährlicher. Im Jahre 1940 baute die Stadt an der Auerstraße einen Bunker, in dem 7000 Menschen Platz hatten. Im Jahre 1944 wurde bei einem Bombenangriff auf die Niedersächsischen Motorenwerke (NIMO), direkt östlich der Schunter gelegen, auch das Alte Dorf getroffen. Einige Höfe und die Gastwirtschaft Campe wurden zerstört. [1]

 

1954 störten die noch nicht abgeräumten Reste des Bunkers in der Auerstr. den baulichen Gesamteindruck des Stadtteils. Heute ist die Fläche eingeebnet und Garagen sind darauf gebaut.

 

 

Beim Hausbau 1939 in der Liebknechtstraße


Rühme nach dem Krieg in den fünfziger Jahren

bis zur Gegenwart.

Ende der fünfziger Jahre wollte Amerika aus dem Marshallplan der Stadt Braunschweig eine Siedlung zum Geschenk machen. Die Stadt nahm dankend an und wählte hierfür das Feld zwischen Rühme und der Autobahn als Baugelände aus. Am 18.4.1952 wurde der Grundstein für eine Lincoln Siedlung gelegt. Am 9.11.1952 war die Siedlung fertig. Sie bestand aus drei großen Wohnblocks und 15 kleinen, lang gestreckten Häusern. Braunschweig hatte ein neues Stadtviertel, die Lincolnsiedlung bekommen. Seine Wohnblocks und Reihenhäuser bildeten ein ungewohntes Bild moderner Architektur. Die Braunschweiger Architekten, nach deren Plänen gebaut wurde, waren ganz neue Wege gegangen. Sie hatten fest umrissene Bedingungen zu erfüllen und waren vor allem an das vorhandene Geld gebunden. Aus dem Bestreben, Sparsamkeit und Nützlichkeit mit architektonischer Schönheit zu verbinden, ergaben sich die Bauten wie sie heute sind. [1]

Durch die neu errichtete Lincoln Siedlung war die Rühmer Schule von 1894 zu klein geworden. Der Neubau einer 16-klassigen Volksschule im Garten des Wendenturms wurde im Frühjahr 1952 in Angriff genommen. Bedingung für den Architekten war, dass möglichst wenig der vorhandenen alten Eichen beim Bau gefällt werden durften. Am 06.08.1953 fand die Einweihung des ersten Bauabschnitts statt. Im April 1959 wurde der zweite Bauabschnitt in Betrieb genommen, sodass nun fünfzehn Klassenräume mit Werk-, Gruppen- und Musikräumen zur Verfügung standen. Ab Ostern 1966 konnte die Turnhalle genutzt werden. [1]

Im Herbst 2004 wurde die letzte Erweiterung des Nahversorgungszentrum in Rühme „Am Denkmal“ eingeweiht. Neben einem Lebensmittelmarkt sind auch ein Discounter, eine Bäckerei mit Café, ein Textildiscounter, ein Schuhgeschäft, ein Getränkemarkt, ein Zeitschriftenhandel mit Toto-Lotto-Shop und ein Solarium angesiedelt. Dieses Nahversogungszentrum hat damit zur Steigerung der Wohn- und Einkaufsqualität im Stadtteil Rühme beigetragen.

 

Luftaufnahme Rühme vom 02.09.2004 aus Süd-West. Links oben die Lincoln  Siedlung. [6]


Wer war Heinrich der Zweite?

 

Am 6.Mai 973 wurde Heinrich II. in Bad Abbach bei Regensburg in Bayern als Sohn von Heinrich dem Zänker und seiner Frau Gisela geboren. Sie war die Urenkelin Heinrichs I., einer bayrischen Nebenlinie der Ottonen. Während der Verbannung seines streitsüchtigen Vaters verbrachte Heinrich die Zeit in der Klosterschule von Hildesheim. Kaiser Otto II. wollte damit vermutlich den Sohn seines Gegners auf ein geistliches Amt vorbereiten und ihn somit aus der Erbfolge ausschalten. [7/8]

Heinrich II. wurde von seinem Vater nach der Rückkehr zum Mitregenten des Herzogtums Bayern ernannt. Nach dem Tod des Vaters 995 übernahm er das Herzogtum Bayern und ließ sich am 7.Juli 1002 in Mainz von der Mehrzahl geistlicher und weltlicher  Fürsten zum deutschen König wählen. In seinem selbstherrlichen Auftreten liegt wohl die Begründung, warum andere Anwärter freiwillig verzichteten, bzw. zum Verzicht gebracht wurden. Seine Wahl gelang letztlich auch durch Versprechungen und Zusicherung auf Belohnungen. Welches sich später in reichen Schenkungen, so auch z.B. in der Gründungsurkunde an Stederburg vom 24.Januar 1007 zeigte. Insgesamt sind 83 Schenkungsurkunden bekannt. Mit dem damals üblichen Königsumritt besuchte er in den nachfolgenden Monaten Thüringen, Sachsen, Niederlothringen, Schwaben, Oberlothringen und Bayern. Während des Umritts gab es bereits kriegerische Berührungen, weil teilweise Versprechungen nicht gehalten wurden. [7/8]

Heinrich II. heiratete 999 Kunigunde, Tochter des Grafen von Luxemburg und sicherte sich so Einfluss auf den Westen des Reiches. Die Ehe blieb kinderlos. Grund der Kinderlosigkeit könnte die operative Entfernung eines Blasensteins durch einen „Steinschneider“ in Monte Cassino gewesen sein. [7/8]

Heinrich II. und Kunigunde wurden am 14. Februar 1014 von Papst  Benedikt VIII. in Rom in der Basilika St. Peter zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches und zur Kaiserin gekrönt, nachdem Heinrich durch souveränes Vorgehen die Streitereien um die Besetzung des päpstlichen Stuhls kurzerhand mit der Einsetzung des ihm getreuen Benedikt VIII entschied. Das damalige Reich hatte eine Ausdehnung von der Grenze zu Dänemark bis südlich von Rom. Erneut flammte zum vierten Mal der Krieg gegen Polen auf. Erstmals gab es nach der Kaiserkrönung auch kriegerische Kontakte mit Byzanz, die zu dieser Zeit Süditalien beherrschten. [7/8]

Auf der Rückreise von Osterfeierlichkeiten 1024 in Magdeburg  musste er krankheitshalber Stationen in Halberstadt, Goslar und bei Göttingen auf der Pfalz Grone (nordwestlich von Göttingen in Nähe der heutigen Autobahn A7 gelegen) machen. Hier verstarb Heinrich II. am 13. Juli 1024. Sein Leichnam wurde im Bamberger Dom beigesetzt. Damit starb das Geschlecht der Ottonen aus. [7/8]

Heinrich II. wurde 1146 für die Christianisierung der Westslawen, die Gründung des Bistums Bamberg und dass er nach Empfang von Krone und Zepter des Reiches nicht kaiserlich, sondern geistlich lebte, in rechtmäßiger Ehegemeinschaft wie nur wenige bis zum Lebensende, die unversehrter Keuschheit bewahrte,  von Papst Eugen III. heilig gesprochen. [7/8]

 Joachim Meier; 2006

 

 

          Platzhalter für Bild der Gedenktafel Grone

          (wird eine Woche nach Ostern 2006 geliefert)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gedenkstein auf der ehemaligen Pfalz Grone

bei Göttingen

 

Übersetzung der Kaiserurkunde vom 24. 01. 1007

aus dem Latein ins Hochdeutsch.

 

 

Im Namen der heiligen und unteilbaren Dreieinigkeit Heinrich, König von Gottes Gnaden.

Wenn Wir den Bittgesuchen der Bischöfe und Geistlichen, die sie für ihre eigenen Wünsche und besonders in kirchlichen  Angelegenheiten stellen und die sie Uns bekannt gemacht haben, zum Erfolg verhelfen, vollziehen wir nicht allein königliches Recht, sondern erkennen auch mit völliger Gewissheit, dass Uns das nützen wird, um beide Partner froh und glücklich zu machen.

Deshalb sollen alle Unsere gegenwärtigen und künftigen Untertanen wissen, dass der ehrenwürdige Bernward von der heiligen Kirche mit der ehrbaren Frederunde, Tochter des Grafen Altmann, zu Uns kam und Unsere Erhabenheit dringend bat, die Vorgenannte mit  einem  Teil  ihrer  Erbschaft,  den  sie  für  ihr  Seelenheil  im  Leben  und  im  Tode und für das  Wohl  aller ihrer  lebendigen  und  toten  Untertanen am Hauptaltar der heiligen Kirche in Hildesheim förmlich übergeben hat, in Unseren Schutz aufzunehmen. Dazu gehört: Was sie immer in dem genannten Ort Stederburg besaß und 211 Hufen in den folgenden genannten Orten mit Gesinde:

Lindum, Thidi, Stedere, Northem, Stokken, Meinolvesrode, Regindegerode, Herkesgebutle, Thuringisgebutle, Theletunnum, Rindum (Rühme), Wagken, Meginsnichegibutle, Winnenroth, Brenhorst, Heckhorst, Meynum, Smelke, Onhorst, Wendebutle, Dellangebutle, Bokele, Zinilike,  Oztruo,  Missike,  Dobirunke,  Kipli,  Mildanhovede, Klestenike, Palemke, Starbunde, Gosikestorp, Mapanttorp, Slihtanvelt, Riekbaldesgebutle, Dalhem und zwei Panstel.

Ferner soll in dem  Ort Stederburg; von jenem Besitz eine kleine Schar von Jungfrauen - wie klein sie auch immer sei - unterhalten werden. Sie soll durch ihre tägliche Gegenwart für Unser eigenes Wohlergehen und für den Bestand unseres gesamten Reiches die  göttliche Barmherzigkeit erbitten.

Seinem Bittgesuch gewähren Wir sehr gern Unsere Zustimmung, da Wir es als gerecht und heilbringend erkannt haben.

Weiterhin verfügen Wir: kein weltlicher Richter noch irgend jemand mit richterlicher Gewalt soll es wagen, weiterhin in Häuser, Felder oder andere Besitzungen , die jener Kirche gehören oder rechtmäßig und vernunftgemäß zu besitzen scheint - oder was sie auch immer gerade aus Verehrung  Gottes ebendort zusammengebracht hat - einzudringen oder Unruhe zu stiften.

Auch die dort Christus dienenden Jungfrauen sollen unter Unserem Schutz unbesorgt und ruhig verweilen, wie gesagt, zu Gott beten und den Anordnungen des besagten Bischofs gehorchen. Wenn aber irgendeine Person widerrechtlich dort einzudringen versucht, dann möge sie mit aller Deutlichkeit wissen, dass Wir Beschützer und Verteidiger jener Jungfrauen sein werden. Obendrein sollen diese Jungfrauen der heiligen Kirche mit Ermächtigung des vorgenannten Bischofs das uneingeschränkte Recht haben, aus ihrer Mitte eine Priorin zu wählen, wenn sich eine würdige findet. Findet sich aber unter ihnen keine derartige Schwester, dann soll man anderswo auf Beschluß des mehrfach erwähnten Bischofs eine dafür geeignete Priorin aussuchen. Auch wollen Wir, daß sie Möglichkeit  haben, einen  Rechtsbeistand  (Vogt)  zu  wählen.  Ferner  bestimmen Wir, daß alles Innere und Äußere des vorgenannten KIosters durch die Vollmacht des Bischofs Bernward und seiner Nachfolger, die dort im Laufe der Zeit eingesetzt werden geprüft wird.

Und damit diese, kraft unserer Autorität verfasste Urkunde, für dauernd unerschütterlich  und unangefochten bleiben möge, haben Wir sie mit Unserem Siegel versehen lassen, nachdem Wir sie mit eigener Hand zur Bekräftigung unterschrieben haben.

Unterschrift des Herrn Heinrich, des unbesiegtesten Königs.

Everhart, amtierender Kanzler des Erzkaplan Willigis

Gegeben am 24.Januar, im Jahre der Fleischwerdung des Herrn 1007, in der dritten Indiction, im

Fünften Regierungsjahr des Herrn Heinrich II. Geschehen zu Mulihuisen (Mühlhausen). Amen.     [2]


Plan von Rühme aus dem Jahr 1754.

 

 

 

  [3]


Mien Heimatdorp.

 

 

Oh, in Bronswiek is dat schöne,

Ja, in Bronswiek is dat gut.

Wer jedoch well better wohnen

Trecket hen nah Rühme rut.

Links de Oker rechts de Schunter,

beide sünd so klar wie Teer,

Minsche wutt du denn noch mehr?

 

Water haste, greune Wischen

Spargel siehste wiet un briet,

kannst in beiden Watern swimmen

un dat Holt es ok nicht wiet.

Kannst von hier nah'n Rheine schippern,

Bremen, Hamburg bet int Meer,

Kannst dabie saugar versupen,

Minsche wutte denn noch mehr?

 

Wenn'e hast noch keine Frue,

kumm doch mal nah Rühme rut.

Sicher findst du hier ne gue

jedes Mäken is gern Brut.

Awer moßt et recht beginnen,

denn kriegst lichte du Verkehr,

werst denn ok de rechte finnen,

Minsche, wutte denn noch mehr?

 

 

Ne, et werd dik nich gerüen,

treckst nah hier du ut de Stadt,

kannst vellicht en Mäken frie'en

dat en Hus in Rühme hat.

Dadorch werste veel gewinnen,

glicks richt et ne Wohnung her,

de du swerlich süüs de'est finnen,

Minsche, wutte denn noch mehr?

 

Wenn'n meinst, kannst keine kriegen,

un dik schient de Sacke krus,

lat dik ra'en un overtügen,

bu in Rühme dik en Hus.

Ne, hier kannste nich verdarben,

hier geiht gar nist dik verquer,

kannst saugar hier selig starben

Minsche wutte denn noch mehr?

 

 

aus „Platt is dat Beste"

 

Rühmer Bilderbogen.

 


 

Wendenturm 1839, eine andere Ansicht als auf der Titelseite ! [W. Pätz]

Gasthaus Wendenturm zur Jahrhundertwende [A.Wehrt]

Wendenturm in den 50. Jahren

Gasthaus Campe zur Jahrhundertwende

Frühere Schule, heutiges Gemeinschaftshaus

Osterbergstraße im Sommer 2005

 Alle Bilder aus Privatbesitz